Reise nach Kapstadt
- Vielfältig unterwegs
Ich heiße Finn und bin Schüler des 11. Jahrgangs und ich möchte von der Reise nach Südafrika mit meiner Familie berichten. Mein Vater war zu einer wissenschaftlichen Konferenz nach Kapstadt eingeladen worden und meine Eltern hatten die Idee, gemeinsam als Familie dorthin zu reisen, um einen ersten Eindruck von Afrika zu gewinnen.
Am 28. Januar flogen wir am Nachmittag in Berlin bei eisiger Kälte und Schnee los und kamen nach einem Nachtflug morgens bei strahlendem Sonnenschein und 30°C in Kapstadt an. Unser Hotel lag am Fuß des Tafelbergs, eines Wahrzeichens von Kapstadt und Weltnaturerbe, und wir hatten einen tollen Blick über die Bucht von Kapstadt.
Nach einem fantastischen Frühstück auf der Terrasse des Hotels musste mein Vater zu den ersten Vorträgen ins Kongresszentrum fahren. Meine Mutter, mein Bruder und ich zogen zu Fuß los und liefen durch verschiedene Stadtviertel bis zur Victoria & Albert Waterfront, einer Art Promenade mit vielen Cafés, Restaurants und Läden am restaurierten historischen Hafen von Kapstadt. Obwohl Kapstadt eine der größten Städte Südafrikas ist, waren die Menschen ziemlich entspannt und freundlich. Allerdings ist uns schon bei dem ersten Spaziergang aufgefallen, dass fast alle Häuser in den Vierteln, in denen wir unterwegs waren, mit hohen Mauern oder Zäunen und Stacheldraht, Elektrozäunen und Warnungen vor dem Einsatz von Waffen gesichert waren. Es ist uns auch schon gleich zu Beginn klargemacht worden, dass wir nachts nicht zu Fuß unterwegs sein sollten und bestimmte Viertel meiden müssten.
Für den nächsten Tag hatten wir eine Safari geplant. Wir fuhren etwa zwei Stunden zum Aquila Game Reserve, nordöstlich von Kapstadt. Dort wurden wir von einem Ranger in einem Jeep herumgefahren und konnten teilweise ganz nah Nashörner, Kaffernbüffel, Strauße, Giraffen, Elefanten und sogar einen Löwen sehen. Von einem Nilpferd haben wir aus großer Entfernung nur die Nasenlöcher und Ohren gehen. Das war wirklich toll.
Am Abend fuhren wir zusammen mit meinem Vater mit der Seilbahn auf den Tafelberg. Wir kamen gerade zum Sonnenuntergang oben auf dem Berg an und hatten fantastische Blicke auf Kapstadt und die umgebenden Berge.
An unserem vorletzten Tag unternahmen wir eine Tour im Auto zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Kapstadt. Wir fuhren zunächst nach Simon’s Town an der Ostküste der
Kap-Halbinsel mit dem berühmten Boulders’s Beach. Der Strand ist vor allem für seine Pinguine berühmt, die dort leben. Leider ist die Population dramatisch dezimiert, da sehr viele Tiere gestorben sind, wahrscheinlich wegen eines Futtermangels. Die Pinguine waren sehr neugierig und lustig.
Danach fuhren wir weiter bis zum Kap der Guten Hoffnung, dem südlichsten Punkt Afrikas, bevor wir zurück nach Kapstadt mussten.
Am Nachmittag fuhren wir mit einem Boot vom Hafen Kapstadts nach Robben Island, der berüchtigten Gefängnisinsel vor Kapstadt, auf der Nelson Mandela 18 Jahre lang inhaftiert war. Wir wurden von einem ehemaligen Gefangenen herumgeführt, der die schrecklichen Haftbedingungen für die vor allem politisch Gefangenen beschrieb. Die Geschichte Südafrikas mit dem Apartheids-Regime und dem Kampf der schwarzen Bevölkerung gegen das Unrecht wurde uns hier richtig bewußt.
Am nächsten Morgen wanderten wir noch auf den Lion’s Head, einen Berg, den wir von unserem Hotel sehen konnten. Es war leider so heiß und die Strecke dann doch zu weit, so dass wir nicht auf dem Gipfel ankamen. Nach einer Abkühlung im Pool mussten wir dann auch packen und zum Flughafen fahren.
Insgesamt war es eine tolle Reise, auch wenn sie nur kurz war. Ich habe einen ersten Eindruck von Südafrika gewonnen, von der großartigen Landschaft und den netten Menschen und möchte auf jeden Fall noch einmal mit viel mehr Zeit dorthin fahren.